
DREAM (Drug Resource Enhancement against AIDS and Malnutrition) steht für einen anderen, umfassenden Umgang zur Bekämpfung von AIDS in Afrika. Mit dem Projekt hat sich die ehrenamtlich tätige, ökumenische Gemeinschaft Sant’Egidio genau das zum Ziel gesetzt: die Verminderung der Infektionsrate bei der Mutter-Kind-Übertragung. DREAM wurde in Abstimmung mit der mosambikanischen Regierung entwickelt, in Kliniken und Gesundheitszentren integriert und vor Ort von heimischen Ärzten und Pflegepersonal umgesetzt.
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 16 bis 30 Prozent überträgt sich während der Schwangerschaft, Geburt oder Stillzeit das HI-Virus von einer HIV-positiven Mutter auf ihr Kind. Dieser Weg der HIV-Übertragung ist einer der Hauptansteckungswege der Krankheit für Kinder in Afrika. Unbehandelt stirbt mindestens jedes zweite Baby im ersten, die meisten anderen vor dem fünften Lebensjahr.

Und genau hier setzt DREAM an. Die Mütter werden ab der 25. Schwangerschaftswoche bis sechs Monate nach der Geburt mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. So lässt sich die Viruslast gegen Ende der Schwangerschaft und während der Geburt entscheidend senken. Das Neugeborene erhält ebenfalls 72 Stunden nach der Geburt einmalig ein antiretrovirales Präparat. In Einzelfällen ist es notwendig, dass die Mutter auf das Stillen verzichtet. Dann erhält sie für ihr Baby Muttermilchersatznahrung.
Das Projekt verdankt seinen Erfolg zum einen dem hohen medizinischen Standard, nach dem in den Zentren gearbeitet wird: Vergleichbar mit Kliniken in Industrieländern liegt die Infektionsrate bei nur zwei Prozent. Innerhalb der letzten drei Jahre wurden 2.300 Kinder in den DREAM-Gesundheitszentren Mosambiks geboren. Von ihnen waren nur 25 HIV-positiv.

Daneben spielen die ehrenamtlichen Helferinnen, sogenannte Activistas, eine entscheidende Rolle. Selbst betroffen von der Krankheit, wirken sie sehr überzeugend und glaubhaft, wenn sie ihre Erfahrungen weitergeben. Fast jeden Tag verbringen die Activistas im DREAM-Zentrum und sprechen mit anderen betroffenen Frauen darüber, wie wichtig es ist, die Medikamente regelmäßig zu nehmen, sich gesund zu ernähren oder Hygienevorschriften einzuhalten.
Die Deutsche AIDS-Stiftung fördert das Projekt in den DREAM-Gesundheitszentren in Maputo und in Beira. Dort werden derzeit etwa 150 Mütter und deren Kinder betreut. Auf diese Weise können sie vor dem tödlichen Virus geschützt werden.
Wie in den anderen Ländern Subsahara-Afrikas breitete sich auch in Mosambik das HI-Virus von den 90er Jahren bis heute mit großer Geschwindigkeit aus. Mit einer HIV-Prävalenz von 17 bis 18 Prozent bei Erwachsenen gehört Mosambik zu den afrikanischen Hochprävalenz-Ländern. In Mosambik leben knapp 1,4 Millionen HIV-positive Erwachsene, davon 800 000 Frauen, sowie etwa 80 000 Kinder mit HIV; 2004 starben mehr als 110 000 Menschen an den Folgen der HIV-Infektion.
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