In Deutschland hat die Verfügbarkeit moderner AIDS-Therapien dazu geführt, dass HIV-infizierte Menschen länger leben. Dies geht allerdings nicht mit einer besseren soziomateriellen Situation Betroffener einher. Die Zahl der 40- bis 59-jährigen Menschen, die Hilfen bei der Stiftung beantragen, ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. In diesem Zusammenhang ist auch der Bedarf an betreuten Wohnmöglichkeiten gestiegen. Die Deutsche AIDS-Stiftung reagierte auf diese Entwicklung mit der zunehmenden Unterstützung von Wohn- und Pflegeprojekten, beispielsweise in Berlin und Essen. Ein weiteres Projekt in Köln ist in der Planung. Die Gründe, warum Betroffene nicht mehr alleine leben können, sind vielfältig: soziale Isolierung, Sucht- oder psychische Probleme, aber auch spezieller Bedarf an krankengerechten Wohnungen und Pflege. In den Wohnprojekten erhalten kranke Menschen ein neues Zuhause, können Kontakte pflegen und werden nach Möglichkeit in alltägliche Lebenszusammenhänge integriert.