Bonn, 8.12.08. Die Deutsche AIDS-Stiftung gratuliert dem Gründer der katholischen Laienorganisation Sant´ Egidio, Andrea Riccardi, sehr herzlich zur Auszeichnung mit dem Aachener Karlspreis, der am 21. Mai 2009 verliehen wird. Die Stiftung unterstützt das DREAM-Programm von Sant´ Egidio in Mosambik, das sich die Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV zum Ziel gesetzt hat. „Das Engagement von Sant´Egidio im Rahmen ihres DREAM-Programmes ermöglicht vielen tausend Babys eine gesunde Zukunft“, erklärte Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung. Über 98 Prozent aller Babys, die in einem der DREAM-Zentren geboren werden, sind nicht HIV-infiziert, ohne Behandlung liegt die Infektionsrate in Afrika bei 40 Prozent.
Der 58-jährige römische Zeit- und Kirchengeschichtler Riccardi sei ein großer Europäer, der sich im Sinne der Nächstenliebe in den Dienst seiner Mitmenschen stelle, begründete das Karlspreis-Direktorium seine Wahl. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis gilt als eine der wichtigsten europäischen Auszeichnungen. Der Präsident der Laienorganisation, Marco Impagliazzo, sprach in Rom von „einer großen Ehre und einer schönen Überraschung“. Es sei eine Auszeichnung, die die Arbeit der Gemeinschaft für den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen stärke. Die von Riccardi im Jahr 1968 in Rom gegründete Gemeinschaft mit weltweit rund 50.000 Mitgliedern kümmerte sich zunächst um die Versorgung armer Menschen mit Essen und Kleidung, später übernahm sie unter anderem diplomatische Aufgaben, etwa 1992 bei der erfolgreichen Vermittlung im mosambikanischen Bürgerkrieg, die zum Friedenschluss führte.
Das Hilfsprogramm DREAM (Drug Resource Enhancement against AIDS and Malnutrition) der Gemeinschaft ist in zehn afrikanischen Ländern mit 31 Zentren aktiv. Die Deutsche AIDS-Stiftung ist der größte deutsche DREAM-Sponsor und finanziert das Gesundheitszentrum Matola 2 bei Maputo/Mosambik nahezu vollständig. Sie übernimmt die Kosten für das medizinische Personal, für HIV-Diagnostik und Medikamente, aber auch für Nahrungsmittel und Wasserfilter. Sie sichert damit die Versorgung von fast 15.000 Menschen, darunter 2.200 HIV-infizierte und aidskranke Schwangere und Mütter mit ihren Babys.