Bonn/Köln, 29. Oktober 2008. Die Deutsche AIDS-Stiftung als Bauherr und die AIDS-Hilfe Köln als Träger starten heute mit dem ersten Spatenstich die Errichtung eines neuen Wohnprojekts, des Jean-Claude Letist-Hauses für Menschen mit HIV und Aids in Köln. Im 450 qm großen Haus im Stadtteil Weidenpesch, Neusser Straße 675, entstehen neun Wohnungen, in denen Menschen mit HIV und Aids, die nicht mehr alleine leben können, ein neues betreutes Zuhause finden werden. Elfi Scho-Antwerpes, Vorstand der AIDS-Hilfe Köln und Dr. Christoph Uleer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen AIDS-Stiftung, werden gemeinsam den ersten Spatenstich für das neue Wohnprojekt vornehmen. „Wir freuen uns sehr, künftig in Köln noch mehr von HIV betroffenen Menschen betreutes Wohnen ermöglichen zu können“, sagte Dr. Christoph Uleer anlässlich des Spatenstich-Termins am Mittwoch, 29. Oktober.
Die Gesamterstellungskosten des Hauses, das im Sommer 2009 eröffnet werden soll, liegen bei rund 1 Million Euro. Hiervon trägt der Bauherr, die Deutsche AIDS-Stiftung 'Positiv wohnen' gGmbH, sofort 320.000 Euro. Die weiteren 680.000 finanziert er über ein befristetes zinsgünstiges Wohnungsbauförderungsdarlehen des Landes NRW. Das bedeutet: Die Stiftung benötigt zur langfristigen Sicherung des Wohnprojektes zahlreiche Spenden oder Zustiftungen. Neben dem Günter-Fischer-Haus in Essen ist dies das zweite von der Stiftung geförderte Wohnprojekt in Nordrhein-Westfalen. Die Stiftung trägt damit dem zunehmenden Bedarf solcher Einrichtungen Rechnung.
Das Konzept der betreuten Hausgemeinschaft dient dazu, soziale Isolation zu vermeiden, Selbsthilfepotentiale zu ermöglichen und die gesellschaftliche Wiedereingliederung zu trainieren. Die vergleichbare Lebenssituation der Bewohner/innen gibt ihnen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zu gegenseitiger Unterstützung. Betreutes Wohnen schafft einen geschützten Raum, in dem ohne Scham und Angst vor Ablehnung Kontakt aufgenommen werden kann. Es werden Aktionen und Projekte zur gemeinschaftlichen Gestaltung von Freizeit angeboten. Gleichzeitig ermöglicht die Hausgemeinschaft persönlichen Rückzug und individuelle Lebensgestaltung.
Die Entscheidung für das betreute Wohnen kann ganz unterschiedliche Gründe haben: Die Problemlagen reichen von finanzieller Not über Verlusterfahrungen im Freundeskreis bis zu Störungen der sozialen Integration. Hilfebedarf gibt es etwa bei der Haushaltsführung, der Tagesgestaltung, der Basisversorgung sowie im psychosozialen Bereich.
Pressekontakt:
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