Bonn, 22. 09. 08. Jeder Besucher der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland überquerte bisher zwangsläufig das in die Bodenplatten des torartigen Haupteingangs integrierte Kunstwerk Kaltes Quadrat: Seit 1993 betraten rund 11 Millionen Besucher die Installation des Künstlers Tom Fecht, die Teil des Memorials Namen und Steine ist. Das Projekt Namen und Steine wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen AIDS-Stiftung entwickelt und erinnert an Menschen, die an AIDS verstorben sind. Das Memorial wurde anlässlich der documenta IX 1992 begonnen und besteht aus insgesamt mehr als 40 festen und temporären Installationen an verschiedenen Standorten. Da das Kunstwerk mitten im Eingangsbereich ständigen Belastungen ausgesetzt war und sich der Zugang über die Pflastersteine für Rollstuhlfahrer beschwerlich gestaltete, wurde auf Anregung des Behindertenverbandes ein neuer Standort für die Dauerleihgabe der Stiftung ausgewählt. Wenige Meter vom ursprünglichen Ort entfernt hat die Installation nun einen neuen Platz gefunden.
Anlässlich der Verlegung ergänzt Tom Fecht das Memorial im Beisein der Ehrenvorsitzenden der Deutschen AIDS-Stiftung, Prof. Rita Süssmuth, die das Projekt von Anfang an begleitete, um einen weiteren Namens-Stein. Er erinnert an den kleinen Jungen Benjamin aus Südafrika, der mit drei Jahren an AIDS starb. „Der neue Stein dient damit dem Gedenken an alle von HIV betroffenen Kinder. Allein im Jahr 2007 starben 290.000 von ihnen an AIDS. Das Namen und Steine-Memorial von Tom Fecht hält das Gedenken an die Verstorbenen lebendig und erinnert uns immer wieder daran, im Kampf gegen AIDS nicht nachzulassen. Daher sind wir auch der Bundeskunsthalle besonders dankbar, dass sie die Verlegung der Installation so zügig ermöglichte und diese nun mit dem neuen Stein auch auf das internationale Engagement der Stiftung verweist“, betonte Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung und Mitinitiator des Projektes.
Die Deutsche AIDS-Stiftung ist die größte AIDS-Hilfsorganisation in Deutschland, die betroffenen Menschen materielle Unterstützung bietet. Die Stiftung hilft seit mehr als 20 Jahren bedürftigen Menschen mit HIV und AIDS in Deutschland durch Einzelhilfen und die Unterstützung von Projekten wie beispielsweise Betreutes Wohnen. Darüber hinaus fördert die Stiftung seit dem Jahr 2000 internationale Hilfsprojekte, etwa für Aidswaisen, Jugendliche, Mütter und ihre Kinder, vor allem im südlichen Afrika. Schon weit über 60.000 Mal konnte die Stiftung seit Gründung im Jahr 1987 Einzelne und Projekte unterstützen. Da die Deutsche AIDS-Stiftung keine laufende öffentliche Förderung erhält, ist sie auf die Erlöse von Benefizveranstaltungen und auf Spenden angewiesen.
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