Familien mit HIV-positiven Kindern besonders benachteiligt
Bonn, 17. September 2010. Weltweit leben rund 2,1 Millionen Kinder unter 15 Jahren mit HIV und AIDS, jeden Tag sterben fast 1.400 Kinder an den Folgen ihrer HIV-Infektion. Zwar sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland nur etwa 200 Kinder mit HIV infiziert, tausende weitere Kinder leben jedoch in Familien mit HIV-positiven oder bereits an AIDS erkrankten Eltern. Obwohl sie selbst HIV-negativ sind, leiden sie stark unter den psychischen und sozialen Folgen von HIV. Die betroffenen Familien befinden sich in einer besonders schwierigen Lage. Das positive Testergebnis verändert die Lebensperspektive ganz einschneidend. Die Eltern müssen selbst erst einmal mit der Diagnose umgehen. Oft verschweigen sie zunächst den Kindern ihre Infektion, um sie nicht zu belasten. Entscheiden sie sich für Offenheit, leiden die Kinder unter der Angst, dass ihre Eltern erkranken oder sterben könnten. Da die Familien im Umfeld Stigmatisierung befürchten, vermeiden sie den offenen Umgang mit der HIV-Infektion und isolieren sich zunehmend.
Wenn aus Krankheitsgründen eine Erwerbstätigkeit der Eltern nicht mehr möglich ist, muss die Familie von staatlichen Transferleistungen leben. Ausgaben außer der Reihe wie ein Ranzen zum Schulanfang, eine Matratze oder Winterbekleidung werden da schnell zur großen Belastung. Hier springt die Deutsche AIDS-Stiftung mit ihren Hilfen ein – allein in den vergangenen 12 Monaten hat die Deutsche AIDS-Stiftung 1.100 Kinder und Jugendliche in unterschiedlichen Notlagen unterstützt. Die Stiftung gewährt nicht nur finanzielle Hilfen im individuellen Fall, sie fördert auch zahlreiche Projekte wie Kochkurse oder betreute Krankenreisen für Kinder.
Sind die Kinder selbst von der Infektion betroffen, ergeben sich weitere Probleme: Die regelmäßige Einnahme der HIV-Medikamente und die häufigen Arztbesuche machen den Kindern sehr zu schaffen. Oft möchten die Eltern ihrem Kind die Diagnose ersparen und informieren es nicht über seinen Gesundheitszustand – auch aus Angst vor Diskriminierung des Kindes und vor negativen Reaktionen des Umfeldes. Das betroffene Kind versteht nicht, warum es sich einer Therapie unterziehen muss und oft unter heftigen Nebenwirkungen der hochdosierten Pillen leidet. Aber auch mit der Diagnose zu leben, an einer unheilbaren Krankheit zu leiden, ist für die Kinder eine große psychische Herausforderung.
Spendenkonto 400, BFS Köln, Bankleitzahl 370 205 00
Informationen zur Deutschen AIDS-Stiftung
Ann-Kathrin Akalin, Pressereferentin – Markt 26 – 53111 Bonn
Telefon: 02 28-60 46 933 – Email: presse(at)aids-stiftung.de
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