Die Beschäftigungs- und Versorgungsprojekte ermöglichen es vielen Betroffenen nach langen Krankheits- und beschäftigungslosen Zeiten wieder über einen geregelten Tagesablauf an die Arbeitswelt herangeführt zu werden. Die Möglichkeit, auch mit eingeschränkter oder schwankender Leistungsfähigkeit wieder an den Prozessen des Arbeitslebens teilhaben zu können, ist für die psychosoziale Gesundheit der Betroffenen von großer Bedeutung. Auch ist die Möglichkeit des Hinzuverdienstes ein Anreiz, an einem Beschäftigungsprojekt teilzunehmen. Das Ziel, einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erhalten, konnte für etliche Projektteilnehmer realisiert werden.
Darüber hinaus bieten die Versorgungsprojekte mit ihren Angeboten von Mittagstischen die Möglichkeit, für einen geringen Betrag eine vollwertige Mahlzeit zu erhalten. Neben der beschriebenen Grundversorgung ermöglichen die Mittagstische vielen Betroffen Kontakt und Kommunikation zu anderen Betroffenen sowie zu weiteren Gästen, denn die von der Stiftung geförderten Gastronomieprojekte sind für jeden Interessierten geöffnet.

Das „Estragon“ in der Nürnberger Innenstadt ist kein Restaurant wie jedes andere: Dort kann man nicht nur mediterrane Speisen genießen – die Gäste unterstützen mit ihrem Besuch zugleich ein innovatives soziales Projekt, das vor allem Menschen mit HIV und AIDS wieder eine Lebensperspektive gibt. Viele Menschen, die im Arbeits- und Beschäftigungsprojekt der AIDS-Hilfe Nürnberg anfangen, haben psychosoziale Probleme oder sind langzeitarbeitslos und haben daher auf dem normalen Arbeitsmarkt keine Chance. Ziel ist es, den HIV-positiven Mitarbeitern die Möglichkeit zu eröffnen, wieder im Arbeitsleben Fuß zu fassen. 80 Prozent der Teilnehmer konnten dank der Fortbildung im „Estragon“ in feste Beschäftigungsverhältnisse wechseln oder eine Ausbildung beginnen.
Das Projekt bietet Menschen mit HIV und AIDS die Möglichkeit, herauszufinden, wie viel sie noch leisten können und wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Die Arbeit im Estragon soll ihnen Mut machen, ihre Zukunft aktiv zu gestalten und ihnen Selbstvertrauen vermitteln.
Aber auch ein anderer Aspekt ist wichtig: Die rund 60 Gäste, die täglich ins „Estragon“ kommen, - jeder Zweite von Ihnen ist HIV-positiv oder aidskrank – essen dort in der Gemeinschaft und erhalten eine preiswerte und gesunde Mahlzeit, die sie sich sonst nicht leisten könnten. Zum Konzept gehört schließlich auch der Abbau von Berührungsängsten und Vorurteilen. Das „Estragon“ dient als Begegnungsort für HIV-positive Menschen und Nichtinfizierte. Ein Projekt, das Eindruck machte: Das Restaurant Estragon gewann 2007 beim bundesweiten Innovationswettbewerb „365 Tage im Land der Ideen“ und wurde am 7. März 2007 Ort des Tages. Im Jahr 2007 unterstützte die Deutsche AIDS-Stiftung das Estragon mit 27.500 Euro. Das umfangreiche Angebot kostet Geld, das nur mit Hilfe zahlreicher großzügiger Spender aufgebracht werden kann. Pro Monat braucht das Estragon allein 1.500 Euro, Restaurant „Estragon“, Jakobstraße 19, 90402 Nürnberg
Öffnungszeiten: Di-Fr 11.00-23.00 Uhr, Sa-So 17.00-23.00 Uhr
Das Beschäftigungsprojekt HIVissimo ist ein Beschäftigungsprojekt, bietet Essen in Gesellschaft und dient als Kontaktstelle für HIV-positive und AIDS-kranke Menschen. Hier können Informationen ausgetauscht werden, Freundschaften entstehen und die tägliche Isolation kann aufgebrochen werden. HIVissimo bietet in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Köln 15 Jobs in unterschiedlichen gastronomischen Bereichen für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen wie HIV/AIDS, Suchterkrankungen und/oder besonderen Integrationsproblemen. Ziel ist eine berufliche und soziale Integration in den Arbeitsmarkt. Nach einem Jahr können die Teilnehmer Arbeitserfahrung vorweisen und haben verbesserte Chancen, sich ihren Lebensunterhalt zu sichern. Arbeit bedeutet für viele HIV-positive Menschen neben dem Lohnerwerb vor allem auch Stabilität und Perspektive in einem Leben, dass maßgeblich von Infektion und Krankheit geprägt ist. HIVissimo bietet auch für die, die keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt haben und kaum auf Aushilfsjobs hoffen können, eine sehr konkrete Hilfe zur Tagesstrukturierung und trägt wesentlich zur Sinnstiftung bei. Zusammen mit einem hauptamtlichen Koch sorgen die Mitarbeiter von HIVissimo täglich für gesunde und frisch zubereitete Mittagsmahlzeiten. Das Projekt bietet auch eine deutliche Verbesserung der Ernährungsbedingungen für zahlreiche Menschen mit HIV und AIDS und geringem Einkommen. Regelmäßiges und gesundes Essen ist für diese Menschen besonders wichtig, denn es trägt zur Stabilisierung des Immunsystems bei. Neben dem Essensangebot im HIVissimo-Restaurant bietet das Projekt auch einen Cateringservice, der der Qualifizierung der Teilnehmer sowie der Finanzierung des Projektes dient.
Den Mittagstisch für HIV-positive und AIDS-kranke Menschen bietet HIVissimo im Regenbogencafé der AIDS-Hilfe Köln, Beethovenstr. 1, 50674 Köln an.
Öffnungszeiten: Mo - Fr 12.00 – 14.30 Uhr, Kosten 2,50 Euro (ermäßigt), Gäste 4,00 Euro

Internationale Küche für die Völkerverständigung - diesem Motto gemäß kochen in Berlin HIV-positive Migranten und Deutsche gemeinsam. Das Kiezcafé und der Catering-Service bieten ihnen eine Arbeitsmöglichkeit und somit einen (Wieder-) Einstieg in das Berufsleben (siehe auch Arbeits- und Versorgungsprojekte). Ergänzt wird das Qualifizierungs-Projekt durch eine Beratungsstelle, in der geschulte Zuwanderer anderen Betroffenen zur Seite stehen. Die Weltküche ist ein Pilotprojekt, das Weichen für langfristig wirksame Perspektiven dieser Personengruppe und ihre Integration in die Gesellschaft stellt. Die Stiftung fördert das Projekt seit 2002, zuletzt in 2006/2007 mit 26.100 €. Dieses Geld diente zum einen zur Zahlung eines Teils der Restaurant-Miete und zum anderen zur Einrichtung von Minijobs für die bisher ehrenamtlich in dem Projekt arbeitenden Migranten. Träger ist die positive Aktion.