
Wer in Nepal von der „Bombay-Disease“ spricht, meint AIDS. Denn erstmalig wurde die Immunschwächkrankheit mit der Diagnose einer Sexarbeiterin bekannt, die aus der indischen Stadt in ihr Heimatland zurückkehrte. Jährlich werden in Nepal etwa 10.000 Mädchen und junge Frauen an indische Bordelle verkauft. Wenn sie sich mit HIV oder einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit angesteckt haben oder schwanger sind, werden sie wieder abgeschoben. Dort weigern sich die Familien, die Frauen wieder zu Hause aufzunehmen und sie müssen weiter als Sexworkerinnen arbeiten, um sich und ihre Kinder zu ernähren. Oft leben die Frauen mit ihren Kindern auf engstem Raum. Wenn Kunden kommen, werden die Kinder auf die Straße geschickt.
Seit 2006 finanziert die Deutsche AIDS-Stiftung gemeinsam mit dem Unternehmen GlaxoSmithKline Deutschland (GSK) drei Foster Homes in Katmandu. Die Foster Homes bieten Kindern von Sexarbeiterinnen ein behütetes, familienähnliches Zuhause. Rund zehn Kinder leben zusammen mit einer Pflegemutter in einer Wohnung. Hier schlafen und essen sie, haben Raum zum Spielen, lernen lesen und schreiben und können gemeinsam ihre Hausaufgaben erledigen. In den drei Häusern leben derzeit insgesamt 33 Kindern von 5 bis 19 Jahren. Die jährlichen Kosten pro Haus liegen bei etwa 10.000 Euro – hiervon werden Miete, Essen, Medikamente, Schulgeld, Schulbücher und die Schuluniformen gezahlt. Träger des Projektes ist die Organisation Aids Info Docu Schweiz.