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HOPE Cape Town - Hoffnung am Kap

improvisierter Hausbau im Township

Sozialarbeiterinnen in Kapstadt betreuen aidskranke Familien und retten so Menschenleben

In vielen Regionen Südafrikas finden HIV-positive Menschen Aufnahme in Gesundheitsstationen und erhalten Medikamente gegen die Immunschwächekrankheit. Die Probleme beginnen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Oft möchten die Erkrankten aus Angst vor Diskriminierung ihre Familie und ihre Freunde nicht über die HIV-Infektion informieren. Sie müssen ihre Medizin heimlich nehmen. Wenn die Familie nur einen einzigen Kühlschrank besitzt und die Medikamente gekühlt werden müssen, ist die Geheimhaltung sehr schwierig. Andere Patienten können nicht lesen und schreiben oder haben auch keine Uhr. Trotzdem müssen sie die Medikamente auseinanderhalten und zu bestimmten Zeiten einnehmen oder ihren Kindern verabreichen. Wer seine Medizin nicht sehr genau nimmt, riskiert einen Rückfall oder die Entwicklung resistenter Viren in seinem Körper. Die Medikamente verlieren dann ihre Wirksamkeit.

Sozialarbeiterin Sophie Kekeletso wohnt im Township bei ihren Patienten

So helfen die Sozialarbeiterinnen in den Familien

Die Deutsche AIDS-Stiftung hat mit HOPE Capetown vor Ort in Kapstadt einen Partner gefunden, der sich dieser Probleme annimmt. HOPE hat in vielen Vorstädten Kapstadts, den sogenannten Townships der schwarzen Bevölkerungsmehrheit, Sozialarbeiterinnen eingestellt. Sie arbeiten einerseits eng mit den Krankenhäusern zusammen und lernen die Patienten bereits auf den Stationen kennen. Nach der Entlassung begleiten sie die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen nach Hause und machen Hausbesuche. Auftauchende Probleme können sofort besprochen werden. Sie geben bereits im Krankenhaus Tipps, wie die Familie auf das positive Testergebnis vorbereitet werden kann. So vermeiden sie schockierte Familienangehörige und den eventuellen Ausschluss der Kranken aus dem Familienverband. HOPE will auch verhindern, dass das Krankenhaus Kleinkinder aus Sorge vor Vernachlässigung lieber in Heime einweist, als sie der eigenen Familie zu übergeben. Eine gut informierte Familie ist für die kleinen Mädchen und Jungen ein besserer Ort als das beste Heim.

So können Sie helfen:

Unterstützen Sie mit Ihrer Spende die Arbeit der Sozialarbeiterinnen in Kapstadt. Die Zahl der Familien mit Beratungsbedarf nimmt zu und wir wollen mehr Sozialarbeiterinnen ausbilden und beschäftigen.

- Mit 30 Euro können wir vier HIV-positive Kinder einen Monat lang betreuen.

- Die einmonatige Grundausbildung einer Sozialarbeiterin zur AIDS-Fachkraft kostet 50 Euro.

- Für eine umfassende Ausbildung müssen wir 600 Euro investieren.

Bitte sichern Sie mit Ihrer Spende den langfristigen Erfolg der Therapie aidskranker Familien.

 hier online spenden!

Probleme HIV-infizierter Mütter weltweit ähnlich - Unterstützung durch das Projekt HOPE

Ob in Deutschland oder in Afrika – HIV-positive Frauen, die die Sorge für ihre Kinder zu tragen haben, sind in einer besonders schwierigen Situation und daher auf unsere Hilfe angewiesen. Oft werden sie mit ihren Ängsten und finanziellen Nöten alleine gelassen. Als Gloria Samuels, 22, erfuhr, dass sie HIV positiv ist, war sie bereits in der siebten Woche schwanger. Wie bei allen werdenden Müttern in Südafrika, wurde ihr Blut auf den HI-Virus getestet. Das Ergebnis der Probe war für Gloria niederschmetternd, hatte ihr Freund und Vater ihres Kindes ihr doch geschworen, dass sein HIV-Test kürzlich negativ ausgefallen sei und sie sich keine Sorgen um Kondome machen müsse. Als die junge Frau ihrem Partner von ihrer Schwangerschaft und ihrem Testergebnis erzählte, reagierte dieser ungehalten und lehnte jede Verantwortung für das Baby ab.

Auch in ihrer Familie fand Gloria zunächst kein offenes Ohr. Ihr Vater drohte ihr sogar mit dem Rauswurf aus dem Elternhaus.

In ihrer Not wusste Gloria keinen anderen Ausweg mehr, als Angela vom HOPE Projekt anzusprechen. Gloria wusste vom Hörensagen, dass HOPE Menschen hilft, die mit dem HI-Virus oder AIDS leben, also klingelte sie an Angelas Haustür. Die HOPE-Gesundheitsarbeiterin erkannte die junge Frau aus der Nachbarschaft und bat sie gleich herein. Gloria konnte sich mit ihrer Geschichte endlich jemandem anvertrauen.

Während der nächsten Monate trafen sich die beiden Frauen regelmässig. Angela betreute die junge Patientin während ihrer gesamten Schwangerschaft – und zwar sowohl physisch als auch psychisch. In vielen langen Gesprächen konnte Angela schließlich auch Glorias Eltern dazu bringen, ihre Tochter wieder aufzunehmen, zu unterstützen und als vollwertiges Familienmitglied zu akzeptieren.

Die ganze Familie freute sich schließlich riesig, als Gloria ihren kleinen Sohn Darren zur Welt brachte – ein gesundes Baby, das dank des staatlichen PMTCT-Programms (Prävention der HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind) HIV-negativ geboren wurde. Die junge Mutter fühlt sich nun auch dank der Unterstützung der HOPE-Mitarbeiterin Angela stark und selbstbewusst genug, um ihren Sohn selbst ohne Vater großzuziehen.   

Südafrika hat die höchste Ansteckungsrate weltweit:

  • schätzungsweise 1.800 Menschen infizieren sich täglich neu mit dem HI-Virus,
  • insgesamt 5,4 Millionen Menschen - etwa 20 Prozent der Bevölkerung – sind  HIV-positiv,
  • jährlich werden etwa 75.000 Kinder mit dem HI-Virus geboren,
  • mehr als eine Million Kinder haben ihre Eltern bereits aufgrund der unheilbaren Immunschwächekrankheit AIDS verloren.


Hinter diesen schockierenden Zahlen liegt vor allem das tausendfache Leid der Menschen und ihre tagtäglichen Probleme: Wer kümmert sich um den Unterhalt der Familie, wenn ein Elternteil oder schlimmstenfalls beide sterben? Wer übernimmt Verantwortung für die Kinder?

Der deutsche Pfarrer und Seelsorger Stefan Hippler wollte nicht tatenlos zusehen, dass die HIV-Diagnose das sichere Todesurteil für die Menschen in Südafrika bedeutet und gründete im Jahr 2000 das Hilfsprojekt HOPE Cape Town. HOPE kümmert sich um HIV-positive Kinder und deren Eltern und schafft notwendige Infrastrukturen in den Townships, um die Menschen mit den lebensrettenden Medikamenten zu versorgen.

Im Tygerberg Children’s Hospital, betreibt HOPE die Kinderstation ITHEMBA. Auf der Station können bis zu 24 an AIDS erkrankte Kinder aufgenommen und behandelt werden. Hier kümmert man sich darum, dass der Kontakt zwischen Eltern und Kindern während des Krankenhausaufenthaltes aufrecht erhalten und damit den Kindern eine möglichst schnelle und reibungslose Rückkehr in ihre gewohnte Umgebung ermöglicht wird.

Die wichtige Basisarbeit in den Townships rund um Kapstadt leisten die HOPE-Gesundheitsarbeiter: Sie überwachen die Einnahme der antiretroviralen Medikamente und klären die Menschen über HIV/AIDS auf.

HOPE unterstützt in den Townships rund um Kapstadt außerdem immer wieder kleinere Initiativen wie Selbsthilfegruppen, Kindergärten oder Gemüsegartenprojekte. In Selbsthilfegruppen können HIV-positive und von HIV/AIDS betroffene Menschen einfache handwerkliche Tätigkeiten ausüben, z.B. das Fertigen von Schmuckstücken für den Verkauf auf Kunsthandwerkermärkten. Die Einnahmen fließen anteilig den Gruppenmitgliedern zu.

Daneben veranstaltet HOPE Präventivprogramme, organisiert die Aus- und Fortbildung von Gesundheitsarbeitern, medizinischem Personal und Krankenschwestern in den Tageskliniken.

Traditionelle Heiler und westliche Mediziner im Dialog

Über 80 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung vertrauen traditionellen Heilern, sogenannten Sangomas. Da ihr Einfluss auf das Verhalten der Bevölkerung, besonders auf das der Männer, sehr groß ist, startete HOPE im Dezember 2003 das Pilotprojekt „Bridging Culture – Introducing Partnership”. Bei dem Projekt geht es um die Ausbildung von traditionellen Heilern im Bereich VCT (voluntary counseling and testing) und die Etablierung eines Überweisungssystems zwischen Sangomas und den Tageskliniken in den Townships.

Sangomas und Gesundheitsarbeiter treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch. Und inzwischen hat das wissenschaftlich begleitete Projekt tatsächlich erste Brücken zwischen beiden Kulturen gebaut: In den Townships Mfuleni und Wallecedene ist die Zahl derjenigen gestiegen, die sich freiwillig einem AIDS-Test unterziehen. Denn die Sangomas raten den Menschen nicht nur dazu, eine Tagesklinik aufzusuchen, sie begleiten sie auch dorthin und helfen bei sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten.

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Gott, AIDS, Afrika

Der deutsche Pfarrer und HOPE-Gründer Stefan Hippler hat im Herbst 2007 zusammen mit dem langjährigen Afrika-Korrespondent der Zeit und Medienpreisträger der Deutschen AIDS-Stiftung Bartholomäus Grill „Gott, AIDS, Afrika“ herausgebracht. In der Streitschrift setzen sich die Autoren kritisch mit der Rolle der katholischen Kirche, ihrer geltenden Sexualmoral, Enthaltsamkeit und Kondomgebrauch auseinander. Das Buch greift das Thema in seiner ganzen Vielschichtigkeit auf, zu der auch die AIDS-Politik der südafrikanischen Regierung, die Rolle der Pharmaindustrie sowie die Allmacht des Aberglaubens gehören.

„Gott, AIDS, Afrika“

Eine Streitschrift
Mit einem Vorwort von Henning Mankell
192 Seiten, 17,90 €
ISBN 978-3-462-03925-2

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HOPE-Kapstadt-Stiftung

Am 1. Oktober 2007 wurde in Bonn die HOPE-Kapstadt-Stiftung – eine Treuhandstiftung innerhalb der Deutschen AIDS-Stiftung – gegründet, um mit ihr zusätzliche Hilfen für aidskranke Menschen in Südafrika mobilisieren zu können.

www.hope-kapstadt-stiftung.de