
"I dream" nannte Jane Gondwe, Aktivistin des DREAM-Programms in Malawi, ihren Vortrag beim Kolloquium der Deutschen AIDS-Stiftung und der Gemeinschaft Sant` Egidio in Bonn zu Ehren des Karlspreisträgers 2009, Prof. Andrea Riccardi. Die Aktivistin machte deutlich, wie durch das AIDS-Hilfsprogramm der Gemeinschaft Sant`Egidio ein Traum Wirklichkeit wird, wie die Behandlung den Menschen eine Zukunft gibt, die HIV-Übertragung von der Mutter auf ihr Baby verhindert wird und wie medizinische Therapie mit Beratung und Zuwendung einhergeht.
Bei der Veranstaltung sprachen außerdem Dr. Christoph Uleer und Dr. Ulrich Heide vom Vorstand der Stiftung, Dieter Wenderlein von der Gemeinschaft Sant`Egidio, Markus Perger von der Diözesanstelle Weltkirche, Prof. Leonardo Palombi, wissenschaftlicher Direktor DREAM, Dr. Manfred Konukiewitz, BMZ, Dr. Christoph Benn, Global Fund, Walter Pörschmann, Boehringer Ingelheim, Prof. Dr. Jürgen Rockstroh, Präsident der Deutschen AIDS-Gesellschaft und Dr. Joana Mangueira, Vorsitzende des Nationalen AIDS-Rats in Mosambik.
DREAM, das die Gemeinschaft Sant` Egidio in zehn afrikanischen Ländern etabliert hat, beweist, dass eine nach europäischen Standards praktizierte AIDS-Therapie auch in Afrika durchführbar, wirksam und bezahlbar ist. Seit 2005 fördert die Deutsche AIDS-Stiftung DREAM in Mosambik und ist inzwischen der größte deutsche Sponsor des Programms. Die Stiftung finanziert im Behandlungszentrum Matola II Personal, HIV-Diagnostik und Medikamente, aber auch Nahrungsmittel und Wasserfilter. Sie sichert damit die Versorgung von fast 15.000 Menschen, darunter 2.200 HIV-infizierte und aidskranke Schwangere und Mütter mit ihren Babys.
Die HIV/AIDS-Epidemie zeigt exemplarisch die Ungleichheit zwischen Afrika und Europa: Während sich AIDS in Europa vor allem durch die antiretrovirale Therapie von einer tödlichen Erkrankung zu einer chronischen Krankheit wandelte, sind diese Fortschritte in Afrika bislang nicht erreicht. Mit DREAM bietet die Gemeinschaft Sant’ Egidio eine medizinische Behandlung auf hohem Niveau: Schwerpunkte sind die umfassende medizinische Versorgung von aidskranken Menschen sowie die Verhinderung der Übertragung des HI-Virus von infizierten Schwangeren auf ihre Babys. 98 Prozent der bei DREAM geborenen Babys kommen gesund zur Welt. Üblicherweise liegt die Infektionsrate in Afrika bei bis zu 40 Prozent. „Das Engagement von Sant´Egidio im Rahmen ihres DREAM-Programms ermöglicht vielen tausend Babys eine gesunde Zukunft“, erklärte Dr. Christoph Uleer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen AIDS-Stiftung.
Der Zeit- und Kirchenhistoriker Riccardi gründete bereits 1968 mit einigen Freunden in Rom die Gemeinschaft Sant´Egidio, die heute weltweit rund 50.000 Mitglieder hat. Riccardi sei ein großer Europäer, der sich im Sinne der Nächstenliebe in den Dienst seiner Mitmenschen stelle und einen bedeutenden Beitrag für eine friedlichere und gerechtere Welt leiste, begründete das Karlspreis-Direktorium seine Wahl. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis gilt als eine der wichtigsten europäischen Auszeichnungen.

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