
Zur 16. Operngala zugunsten der Deutschen Aids-Stiftung (Initiatoren Dr. Alard von Rohr und Alfred Weiss) in der Deutschen Oper in Berlin waren wieder zahlreiche prominente Gäste erschienen – Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP), Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sowie Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) und seine Vorgängerin Ulla Schmidt (SPD). Auch die Ehrenvorsitzende des Kuratoriums der Operngala, die Begum Inaara Aga Khan, war gekommen, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sprach ein Grußwort. Sie alle wollten durch ihre Anwesenheit die Anliegen der Stiftung unterstützen. Als besonders bewegend empfanden die Gäste die Rede von No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa, die über ihr Leben mit der HIV-Infektion und über ihren Kampf gegen Vorurteile und gegen die Angst sprach: „Ich träume von einer Gesellschaft, in der man offen über diese Krankheit sprechen kann“.
Die musikalische Leitung bei dem Konzert mit Chor und Orchester der Deutschen Oper hatte der Dirigent Andriy Yurkevich, Generalmusikdirektor der Oper Odessa. Zu den Solisten des Programms mit Werken von Mozart, Donizetti, Verdi, Lehar und Strauß gehörten unter anderem Peter Seiffert, Simone Kermes, Christine Schäfer und Michael Volle. Moderator des Abends war Max Raabe, sein Vorgänger Loriot ließ Grüße ausrichten. Einige konzeptionelle Änderungen bewährten sich: Die Zahl der Reden wurde reduziert und auf eine Pause verzichtet, so dass das Rahmenprogramm mit Essen und Tanz hinter der Bühne früher starten konnte.
Bei den bisherigen AIDS-Galas in Berlin waren Spenden in Höhe von über fünf Millionen Euro für Menschen mit dem HI-Virus gesammelt worden. Alleine am Samstag kamen noch einmal rund 250.000 Euro zusammen. Es sei weniger als sonst üblich gewesen, was angesichts des „schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes“ zu erwarten gewesen sei, aber dennoch ein sehr erfreuliches Ergebnis, sagte der geschäftsführende Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung, Dr. Ulrich Heide.

Die Hilfe sei nach wie vor wichtig. Es gebe rund 65.000 HIV-Infizierte in Deutschland, wovon allein etwa 20 Prozent in Berlin lebten. Zwar sei die Zahl der Todesfälle zurückgegangen, aber das Bewusstsein für die Gefahr einer HIV-Infektion sei noch immer nicht ausreichend, meinte Heide. „Wir sind trotz besserer medizinischer Versorgung von einer Heilung weit entfernt, Prävention ist also weiterhin dringend angesagt.“
Vor 15 Jahren fand die Festliche Operngala in Berlin zum ersten Mal in der Deutschen Oper statt. Beinahe wäre die Veranstaltung abgesagt worden, zu wenige Gäste hatten sich angemeldet, denn AIDS war damals ein weitaus größeres Tabu als heute, es gab große Unwissenheit bei dem Thema und die Angst vor der Ansteckung war groß. Inzwischen hat sich die so AIDS-Gala zu einem der großen Ereignisse im Berliner Veranstaltungskalender entwickelt. Traditionell zeigen zahlreiche Besucher, unter ihnen viele Vertreter aus Politik, Sport und den Medien, sowie die Künstler ihre Solidarität mit den Betroffenen.
Mit den Erlösen des diesjährigen Galakonzertes werden vor allem einzelne Betroffene und Hilfsangebote für HIV-Infizierte im Großraum Berlin unterstützt. Ein Teil der Einnahmen kommt außerdem Projekten im südlichen Afrika zugute. Neben dem finanziellen Erlös des Abends sorgt die festliche Gala auch dafür, dass das Thema HIV und AIDS an Präsenz in den Medien gewinnt und damit auch in den Köpfen vieler Menschen aktuell bleibt. Denn trotz zahlreicher Aufklärungskampagnen ist die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland in den letzten Jahren wieder angestiegen.

Entertainer Hape Kerkeling und die Begum Inaara Aga Khan als Schirmherrin gehörten zu den zahlreichen Prominenten bei der 15. Opern-Gala zugunsten der Deutschen Aids-Stiftung in Berlin. Rund 2.300 Gäste kamen in die Deutsche Oper, um internationale Opernstars wie die Sopranistin Annette Dasch und ihre chinesische Kollegin Hui He zu erleben. Die Moderation übernahm wieder Multitalent Max Raabe, die Schirmherrschaft lag bei dem luxemburgischen Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, die Begum Inaara Aga Khan war als Vorsitzende des Kuratoriums der Operngala dabei. Mit der glanzvollen Veranstaltung wurde ein Erlös von rund 500 000 Euro erzielt, der in diesem Jahr vor allem Hilfseinrichtungen in Berlin und in der Region, darunter das größte Wohnpflegeheim für Aids-Kranke in Deutschland in Berliner Stadtteil Kreuzberg, zugute kommt. Daneben wird das Hilfsprojekt Hope Cape Town in Südafrika gefördert. Zu den Ehrengästen der Gala gehörten der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) mit seinem Lebensgefährten Jörn Kubicki, der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper, Daniel Barenboim, Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), die Schauspielerin Katja Flint, das ehemalige Schweizer Botschafter-Ehepaar Thomas Borer und Shawne Borer-Fielding sowie die Eltern der US-Schauspielerin Uma Thurmann, die am selben Abend in Berlin bei Thomas Gottschalk auf der «Wetten dass...»-Couch saß. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte ein Grußwort geschickt.
1994 wurde die Berliner Charity-Gala von den InitiatorInnen Irina Pabst, Dr. Alard von Rohr und Alfred Weiss ins Leben gerufen. Dank der Operngala, die zur bedeutendsten Einzelveranstaltung der Deutschen AIDS-Stiftung wurde, konnten in den vergangenen 14 Jahren Erlöse von insgesamt über 5 Millionen Euro für Menschen mit HIV und AIDS in Not erzielt werden. Ebenso wichtig ist, dass die Festliche Benefizgala jedes Jahr neu dazu beiträgt, das häufig an den Rand gedrängte Thema HIV und die Probleme rund um AIDS öffentlich zu machen sowie für Solidarität mit den Betroffenen und ihren Familien zu werben. Diese beiden Erfolge sind vor allem dem großen Engagement der Deutschen Oper Berlin, zahlreichen KünstlerInnen, den Sponsoren, den treuen Besuchern und besonders dem großen Einsatz der Initiatoren zu danken.
Die Künstler zeigten wieder ihr besonderes Engagement, indem sie zugunsten der Stiftung auf ihre Gagen verzichten. Mit dabei waren die Solisten Ildar Abdrazakov, Measha Brueggergosman, Annette Dasch, Hui He, Joseph Kaiser, Torsten Kerl, Maxim Mironov, Fernando Portari, Nina Stemme, die Mitglieder des Ensembles, des Chores und des Orchesters der Deutschen Oper Berlin, es dirigierte Philippe Auguin.
Die 15. Festliche Operngala wird am 28. März 2009 um 21 Uhr in 3sat übertragen. Die TV-Ausstrahlung wird durch Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums möglich gemacht.
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